Verteidigung und Rigorosum: Wo liegt der Unterschied?

Eine Promotion wird heutzutage an den meisten deutschen Universitäten mit einer sogenannten Verteidigung besiegelt. Doch manche Fakultäten setzen auch auf ein „Rigorosum“. Worum handelt es sich dabei? Und was sind die Unterschiede zum Kolloquium?

Die Disputation: die Verteidigung

Die Verteidigung ist heute die verbreitetste Prüfungsform in Promotionsverfahren. Im Rahmen eines Kolloquiums stellt der Doktorand vor den Gutachtern und häufig auch weiteren Zuschauern seine Arbeit vor. Häufig haben Promovierende bereits ähnliche Kolloquien im Rahmen ihrer Diplom-, Bachelor- oder Masterprüfung überstanden. Meist ist der Ablauf sehr ähnlich, nur eben auf einem höheren Niveau.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Doktormutter oder den Doktorvater hält der Doktorand zunächst einen Vortrag über seine Doktorarbeit. In der Regel unterstützt ein Foliensatz die Präsentation. Anschließend gibt es eine Diskussion, in der die Gutachter im Sinne eines „Streitgesprächs“ kritische Fragen an den Doktoranden richten. Dieser sollte darauf souverän antworten können. Besonders nach den Plagiatsskandalen der letzten Jahre prüfen die Gutachter hier auch, ob der Promovend seine Arbeit wirklich selbst verfasst hat.

Mündliche Prüfung: das Rigorosum

Ein Rigorosum unterscheidet sich von einer Verteidigung darin, dass neben dem Inhalt der Dissertation auch weitere Gebiete abgefragt werden. Nicht selten muss sich der Prüfling dabei auf Fragen aus seinem gesamten Studium gefasst machen. Manche Prüfer grenzen das Gebiet vorab auch ein, damit sich der Geprüfte gezielter vorbereiten kann.

Zusammengefasst

Während die Verteidigung eine Präsentation der Forschungsergebnisse mit einer anschließenden, meist eher lockeren Diskussion ist, handelt es sich beim Rigorosum um eine mündliche Prüfung, die in der Regel auch weitere Themen umfasst.