Die Farbe der Quaste

Wer einen Doktorhut gestaltet, wird sich früher oder später um die Farbe der Quaste und gegebenenfalls weiterer Gestaltungselemente Gedanken machen müssen. Wenn Kollegen an deutschen Universitäten Doktorhüte für Kollegen basteln, spielt die Farbe der Quaste zum Glück in aller Regel überhaupt keine Rolle. Erlaubt ist, was gefällt oder farblich zur Dekoration passt. Im Zweifel geht immer schwarz, da es unauffällig ist und in den meisten Fällen zum Grundton des Huts passt. In den USA sieht die Sache jedoch anders aus – genau wie bei der Position der „Tassel“ (weitere Infos dazu auch im Artikel Wie trägt man den Doktorhut richtig?).

Standard in den USA

Man könnte meinen, dass sich die Farbe der Quaste an den Farben der Universität orientiert. Auf den Presse- und Erinnerungsfotos ist so die Farbgestaltung des Corporate Design der jeweiligen Hochschule für immer festgehalten. Und auch wenn einige Universitäten dies durchaus auf diese Weise praktizieren, gelten in den USA andere, mehr oder weniger verbindliche Regeln für die Gestaltung von Doktorhüten.

Das American Council on Education hat einen Standard veröffentlicht, der sich der akademischen Tracht auf Abschlussfeiern widmet. Dieser über 1.000 Wörter umfassende „Academic Costume Code“ beschreibt detailliert das Aussehen von Robe, Kapuze und Hut, aber auch weniger auffälligen Bestandteilen wie dem Schuhwerk.

So legt der Code beispielsweise fest, dass ein Hut aus Samt nur von Absolventen getragen werden darf, die einen Doktorgrad erworben haben. Dasselbe gilt für eine goldene Quaste. Auch diese ist dem Dokument zufolge den Doktoranden vorbehalten.

Für alle anderen Absolventen gilt: Die Quaste sollte schwarz sein oder der Farbe des Studienfachs entsprechen. Dazu nennt der Standard Farben für 25 verschiedene Studienrichtungen. Zum Beispiel tragen Juristen Lila, Ingenieure Orange und Ärzte Grün – Zahnärzte jedoch Flieder.